Unteroffizier Wojtek a.D.

Als syrischer Braunbär wurde ich 1942 als einjähriger im Iran an dort stationierte polnische Soldaten verkauft und schloss mich in weiterer Folge der 2. Transportdivision des zweiten polnischen Armeekorps an. Später wurde daraus die 22. Artillerieversorgungs Division 

Wie im Krieg üblich genoss ich mit den Soldaten auch Bier und Zigaretten; nicht sehr Artgerecht aber der Krieg ist niemals schön. Beides Laster das ich bis heute nicht los wurde. Die Soldaten liebten mich jedoch dafür.

1943 wurde ich mit dem Bären Michael bekannt gemacht, der war aber nicht so wohl erzogen und wollte mit mir statt gegen die Nazi kämpfen. Man entschloss sich ihn im Zoo von Tel Aviv gegen den Affen Kaska zu tauschen. Kaska war nervig aber wenigstens nicht so aggressiv wie Michael.

Leider verlor sich unser Kontakt über die Kriegsschauplätze Syrien, Palästina und Ägypten.

1944 hieß es dann “jetzt wirds richtig ernst”. Zu der Zeit war ich in Alexandria stationiert doch die Hafenbehörde wollte mich nicht in mit den Kameraden nach Neapel lassen da Tiere nicht an Bord erlaubt waren.
Nun ja die Lösung war recht einfach: Dienstnummer, Soldbuch und Rang – Die Geburtsstunde von “Unteroffizier Wojtek” und dem dauerhaft Zugang zu dem britischen Transportschiff.

In Neapel angekommen ging es an die Front Zur Schlacht von Monte Cassino wo ich den Kameraden das Schleppen von Kisten mit schweren Mörsergranaten und Munition abnahm. Auch einen arabischen Spion konnte ich in meiner Militärkarriere stellen. Die Kameraden des 22. würdigten meine Dienste mit der neuen Divisionsstandarte. 

Die Standarte der 22. Artillerieversorgungs Division nach der Schlacht um Monte Cassino

Nach dem Krieg wurden wir nach Schottland auf die Flugbasis
Winfield verlegt wo ich in weiterer Folge auch Ehrenmittglied des Schottisch Polnischen Kultur Verband wurde.

1947 wurden die Einheiten demobilisiert. Als arbeitsloser Militärbär war für mich der Weg in den Zoo die einzige Lösung, ich entschloss mich für Edinburgh. 

Ich bei der Ankunft im Zoo von Edinburgh 1947

In England un Polen werde ich immer noch als Kriegsheld gefeiert wie hier im Sikorski Museum in London. Anderswo bin ich schon längst vergessen.

Eigentlich tief traurig den der Kampf gegen Faschismus und die gegenseitige Vernichtung geht uns alle an.

Meine Denkmal im Londoner Sikorski Museum

Angeblich bin ich im Dezember 1963 im Zoo gestorben. Das war ein simpler Trick, nachdem sie JFK im November erschossen haben war ich nervlich fertig, die Welt war am Abgrund und ich wollte wieder was vom Leben haben.
Im Krieg zündeten meine Kameraden meine Zigaretten und gaben mir das Bier an, im Zoo traute sich das niemand. 16 Jahre abstinenz waren einfach nicht mehr zu ertragen in dieser schrägen Welt.
Deshalb bin ich ausgebüchst und hab mich durch die Welt geschlagen.

Mit Besorgnis füllte mich das der Mensch anscheinend nie aus seiner Geschichte lernt und es inzwischen wieder starke nationale und faschistische Strömungen gibt.
Das war für mich der Anlass meine Freiheit und anonymität aufzugeben und mich gegen diese Sachen stark zu machen.

Jahre zuvor entwickelte die Menschheit das Internet. Ich beschäftigte mich einige Zeit mit der Technologie und musste natürlich auch noch die Tatztatur entwickeln um nicht nach jedem Versuch was einzugeben ein neues Gerät zu benötigen.

Erste Gehversuche mit dem Internet und einer Tastatur – die Idee zur Tatztatur wurde geboren.

Jetzt wo alles bereit ist ist Widerstand gegen diese Entwicklungen angesagt.

Euer
Unteroffizier Wojtek a.D.
22. Artillerieversorgungs Divison